Veranstaltungsbericht
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TROMMELN FÜR DEN WIDERSTAND

Laut auf Missstände und Ungerechtigkeiten aufmerksam machen! Heiße Rhythmen und starke Beats! Geil in einer Gruppe voll motivierter Musiker und Widerstandskämpfer aufdrehen und gehört werden! Musik machen, wie sie weltweit auf Demos gehört wird! – das haben wir uns erhofft, als die Uni der Straße zum Workshop „Trommeln für den Widerstand – Rythms of Resistance“ einlud. Und das haben wir auch bekommen.

Doch der Anfang war erst einmal leise: Die Veranstaltung begann mit einer Einführung in die Zeichensprache der Samba-Aktionstrommler. Jedes Instrument und jeder musikalische Wechsel wird durch eine Geste repräsentiert. Damit ist es möglich, auch eine große Trommelgruppe zu dirigieren, ohne herumzubrüllen oder das Trommeln zu unterbrechen. „Wenn alles laut ist, kann ich nicht gegen alle anschreien, darum haben wir diese Zeichensprache. Die ist auch überall gleich, wenn wir uns nun also alle treffen, dann weiß jeder Bescheid.“

Wenn sie sich alle treffen? Ja. Zu manchen Anässen schließen sich mehrere Gruppen zusammen. Dann spielt Oldenburg mit Bremen. Oder man trifft sich auf internationaler Ebene und dann spielt man mit Tel Aviv oder London. Und wer leitet dann die Band? Das ist egal. Jeder in der Gruppe könnte das. Es gibt keine festen AnführerInnen, das ist eine der Besonderheiten an Rythms of Resistance.

Nachdem alle Instrumente und ihre Handzeichen erklärt wurden, durften wir uns aussuchen, was wir spielen wollten. Zaghaft wurden die kleinen Tambourins verteilt, aber auch ein paar Kenner und Mutige waren in der Gruppe, die keine Angst davor hatten, wirklich laut zu sein und sich die großen Trommeln, die Solos, schnappten. Vorsichtig wurden die Felle ausprobiert und angespielt. Als alle zufrieden mit ihrer Wahl waren, wurden wir in in eine lose Formation gestellt; alle mit den gleichen Instrumenten nebeneinander in einem großen Kreis.

Die Zeichenstrache wird erklärt

Die Zeichensprache wird erklärt

Jetzt fehlte nur noch eins zum Loslegen: der Takt! Damit den keiner vergisst oder verliert, haben wir angefangen auf der Stelle zu marschieren. Und wer hätte es für möglich gehalten, dass eine Gruppe von 13 Fremden so schnell einen Takt finden kann? Aber es hat funktioniert und das Trommeln konnte losgehen. Jedes Instrument hat seinen eigenen Rhythmus bekommen, und selbst einzeln haben sie sich schon toll angehört. Aber als dann das Handzeichen „Alle zusammen!“ kam, konnten wir unseren Ohren nicht trauen. Keine 15 Minuten waren vergangen und wir haben uns schon wie eine Samba-Band angehört!

Weitere Handzeichen wurden eingeführt und erklärt. Pausen, Breaks und unterschiedliche Lautstärken, mit denen wir unser Trommeln variieren und verbessern können. Genial angeleitet waren wir nicht nur einfach laut am Lärmen; wir schafften es auch, einen energetischen Rhythmus durchzuhalten, der wahnsinnig viel Spaß beim Spielen machte und den man bis auf die Straße hören konnte.

Und da sind wir am Ende auch gelandet. Rythms of Resistance ist auf der Straße zuhause, da war es klar, dass wir bei der Uni der Straße auch vor die Tür gehen und richtig laut aufdrehen mussten. Neugierige Passanten und begeisterte Zuschauer hörten uns zu, und keiner hätte gedacht, dass wir zum ersten Mal spielen!

Unser erster öffentlicher Auftritt!

Unser erster öffentlicher Auftritt!

Danke an Rythms of Resistance für einen super Nachmittag, der Laut und voll heißer Trommeln war. So unmissverständlich wurden wir noch nie gehört!

Text: Katrin Suhr
Fotos: Cory Patterson

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