Alle Artikel in: Veranstaltungsbericht

KEIN GELD OHNE SCHULDEN

Hören Sie hier einen 5-minütigen Beitrag über diese Veranstaltung, produziert und gesendet von Deutschlandradio.   Kein Geld ohne Schulden: Mit dem Titel seiner Veranstaltung spielte Professor Michael Vogel weniger auf die finanzielle Situation vieler Menschen an, als auf die Funktionsweise unseres Geldsystems. Denn Geld entsteht fast nur durch neue Schulden. Auf zunächst ungläubiges Staunen stießen die Ausführungen von Herrn Vogel, dass Banken beim Vergeben von Krediten nicht etwa das einbezahlte Geld von Kontoinhabern weiterverleihen, sondern dass jeder Bankkredit tatsächlich neues Geld schafft, das vorher nicht da war. Um das zu untermauern, zeigte Herr Vogel ein Diagramm, in dem die Entwicklung der Euro-Geldmenge der Entwicklung der Schulden in Euro gegenüberstand, mit nahezu perfekter Übereinstimmung. Neu war den 15 anwesenden Studentinnen und Studenten der Uni der Straße auch, dass wir zwei ganz unterschiedliche Arten von Geld haben (Zentralbankgeld und Giralgeld) und dass das Geld auf dem Gironto kein gesetzliches Zahlungsmittel ist, obwohl es beim Geldabheben in solches umgetauscht wird. Der Spruch „Nur Bares ist Wahres“ weist darauf hin, dass nur Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel ist. In einem lebhaften, …

WEGE AUS DER SCHULDENFALLE

Der Dozent unserer ersten Veranstaltung zum Themenblock Schulden, der Bremerhavener Richer und Amtsgerichtspräsident Uwe Lissau, nahm sich eines leider immer stärker verbreiteten Problems von Privatpersonen an: Überschuldung. Aus seiner richterlichen Praxis sind Herrn Lissau Privatinsolvenzen wohlbekannt, stellen sie doch in Bremerhaven einen der häufigsten Anlässe für Gerichtsverfahren dar. Herr Lissau erklärte anschaulich anhand vieler Beispiele das dreistufige Insolvenzverfahren für Privatpersonen und ging ausführlich auf die aufkommenden Fragen ein. Holger, der bisher alle Veranstaltungen der Uni der Straße besucht hat und verpricht, unser „Stammhörer“ zu werden, konnte aus eigener Erfahrung viel Interessantes zum Vortrag beisteuern und trotzdem einiges Neues lernen. Bei Kaffee und Kuchen hatten wir eine sehr muntere, offene Gesprächsrunde, bei der wir viele Einzelheiten beispielweise über das Restschuldbefreiungsverfahren erfragten. Auch nachdem die Veranstaltung nach einer Stunde beendet war und es ans Aufräumen ging, blieben Mathias und Holger noch. Es entspannn sich ein unerwartetes Gespräch um Holgers Vergangenheit auf der Straße, in die er uns Einblicke gewährte, die uns nicht nur erschaudern ließen, sondern auch sehr erstaunten. Wieder einmal zeigte sich, dass die Uni der …

GESUNDHEITSFÖRDERUNG IM GEFÄNGNIS

Gesundheit und Gefängnis, zwei Begriffe die im ziemlichen Gegensatz zueinanderstehen. In einem interessanten und interaktiven Vortrag erzählte uns die Dozentin Katja Thane von der Universität Bremen, warum dies der Fall ist. Denn in einer Institution, deren Ziel es ist, zu bestrafen, steht die Gesundheit leider oft an letzter Stelle. Es entstand eine rege Diskussion mit den Teilnehmern, mit welchen körperlichen und seelischen Problemen Gefängnisinsassen konfrontiert werden. Neben einer mangelnden Gesundheitsförderung, sind oft Drogen, Gewalt, aber auch psychische Probleme ein großes Thema. Nachdem viele verschiedene Faktoren zusammengetragen wurden, befassten sich die Teilnehmer mit der Suche nach Lösungen. Wie könnte eine Gesundheitsförderung im Gefängnis aussehen? Insgesamt war die Veranstaltung sehr lebendig, denn jeder hatte Ideen oder auch Geschichten zu dem Thema beizutragen. Text: Marie Freese Foto: Kyle Wagaman/flickr.com   Ankündigung der Veranstaltung Gesundheitsförderung und Gefängnis scheinen zunächst Widersprüche zu sein. Denn im Gefängnis soll es ja schließlich ums Strafen gehen, so denken viele. Doch Gesundheit und Krankheit sind zentrale Aspekte für alle Menschen – also auch im Gefängnis. Viele Menschen in Haft haben mit unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen …

SPURENSUCHE BREMEN – DAS PORTAL

Im Treffpunkt Café Papagei hat sich eine kleine Gruppe Wissbegieriger eingefunden, um das On-Portal „Spurensuche Bremen“ kennenzulernen. Dozent John Gerardu stammt ursprünglich aus den Niederlanden, war vor seiner Rente als Sozialpädagoge in der Bremischen Jugendarbeit und koordiniert nun die digitale Plattform Spurensuche-Bremen.de, sowie verschiedene andere Projekte, die in diesem Kontext entstanden sind. Die Plattform wurde als Lernprojekt ins Leben gerufen und sollte das Verständnis von Jugendlichen für eigenverantwortliches demratisches und tolerantes Verhalten in Bremen anregen. Selbstständig Spuren in Bremen zur NS-Zeit finden, recherchieren und validieren, dies sollte mithilfe der Plattform möglich werden und zu Widerstand gegen Faschismus und Antisemitismus anregen. John erzählte uns wie für diesen Zweck fast ein physischer Ordner angelegt worden wäre. Doch die Zeit verfliegt so schnell und alles ändert sich, da wäre ein Ordner gleich nach seiner Fertigstellung veraltet gewesen. So wurde das Projekt schnell digitalisiert und als interaktive Plattform angelegt, die von jedem erweitert werden kann. 2010 wurde sie freigeschaltet. Seitdem wächst der Wissensspeicher stetig, rege Diskussionen zu einzelnen Schlagwörtern lassen sich darauf verfolgen, und sogar ganze Stadtführungen kann man …

SPURENSUCHE BREMEN – DIE STADTFÜHRUNG

Trotz einiger Wolken am Himmel haben sich neun TeilnehmerInnen der Uni der Straße vor dem Café Papagei eingefunden, um mit unserem Dozenten John Gerardu Bremen und Bremens Geschichte neu zu entdecken. Erster Halt auf der Spurensuche war das Haus des Reichs, das heute von der Senatorin für Finanzen und den Finanzämtern Bremens genutzt wird (Bild oben). Vor 80 Jahren galt es als Zentrum der Plünderung von Juden. Wir bestaunten das unveränderte Dekor im Inneren und stellten unserem Dozenten erste Fragen. Was als typische Lehrer-Schüler-Situation startete, entwickelte sich bald zu einer regen Unterhaltung aller Beteiligten. Highlight der Tour war sicherlich der Bunker an der Wallanlage. Hinter Hecken und Blumen versteckt und unterirdisch ist diese Spur fast unsichtbar – „da lebt man schon so lange in Bremen und kennt doch fast nichts“. Johns Erzählungen gaben die Geschehnisse der Vergangenheit lebhaft wieder. So konnte jeder auf der Tour nachempfinden, wie sich die Menschen damals gefühlt haben müssen, die in diesem Bunker Schutz gesucht haben, aber nicht immer bekamen. Denn oft gab es zu wenig Platz, man hatte die …

WIDERSTAND GEGEN WOHNUNGSNOT

Den Auftakt des Themenblocks Widerstand und zugleich auch der Uni der Straße bildete die Veranstaltung über „Widerstand gegen Wohnungsnot“ mit dem in Bremen wohlbekannten Wohnraum-Aktivisten Jochim Barloschky, kurz Barlo. 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ein Kamerateam unseres Regionalsenders Buten un Binne hatten den Weg ins Café Papagei gefunden. Barlo gliederte seinen interaktiven Vortrag in drei Teile: biographische Abschnitte, die Geschichte des Wohnens und das Preistreiben der Vermieter. Zur Einstimmung wurde ein Lied über Hausbesetzungen als Widerstand eingespielt. Einige erkannten das Lied und sangen mit. Wir hatten angeregte Diskussionen über exzessive Nebenkosten, Zwangsräumungen und die Ausnutzung der Wohnungsnot durch Vermieter. Barlo machte die Diskussionsrunde sehr abwechslungsreich durch Lieder, einige Zitate und Gedichte. „Das Recht auf eine Wohnung ist ein Menschenrecht“ (Joachim Barloschky) Die positive Resonanz der TeilnehmerInnen auf die ersten Gehversuche der Uni der Straße und der Fernsehbeitrag auf Buten un Binnen waren ein schöner Lohn für die langen Vorbereitungen. Wir freuen uns auf viele weitere spannende „Vorlesungen“ und auf ein Widersehen mit unserer diskussionsfreudigen Teilnehmerschaft. Text: Vicky Stöpler Foto: Cory Patterson   Ankündigung der Veranstaltung …