Alle Artikel in: Veranstaltungsbericht

Wolfcenter Dörverden

Eines der Highlights des 3. Semesters war der Ausflug in den 5,2 Hektar großen Wildpark in Dörverden, wo wir hautnah mit einem Wolfsru heulen konnten. Während der Führung, besuchten wir 3 verschiedene Wolfsru und auch ein Ru von Wolfshunden. Zunächst lernten wir die Namen, den Rang und die einzelnen Charaktere der Tiere kennen. Aber es wurden auch praktische Überlebenstipps vermittelt; falls man außerhalb eines Geheges auf einen „großen, bösen Wolf“ trifft, gilt es, einfach Lärm zu machen. Seltsames, auffälliges Verhalten schreckt letztlich jeden ab. Außerdem wurde auch auf Problematiken im alltäglichen Umgang mit Wildtieren hingedeutet. Durch kleiner werdende Lebensräume, aber auch Städte die als attraktive Nahrungsquelle dienen, nimmt der Kontakt zu wilden Tieren zu. Die Reaktion, das süße Tierchen zu füttern, ist dabei nicht hilfreich. Als Beispiel galt dabei das Wildschwein Problem in Berlin, wo es immer wieder zu brenzlichen Situationen zwischen Schwein und Mensch kommt. Nach dem anspruchsvollen Teil lernten wir noch einen Hütehund kennen, der seine Schafsfamilie effektiv vor allen Eindringlingen beschützt und somit gut für die Verteidigung von Nutztieren geeignet ist. Zuletzt …

FASCHO-SYMBOLE IM ALLTAG

Im Rahmen des Themenblocks „Politik“ wurden am 6. Juni 2017 Fascho-Symbole im Alltag thematisiert. Es war ein sehr interaktiver Vortrag mit Torsten Dähn, einem Dozenten der Erwachsenenbildung. Mit 9 TeilnehmerInnen war die Veranstaltung sehr lebendig und spannend! Eigene Erfahrungen mit Symbolen der rechtsextremen Szene in Deutschland wurden ausgetauscht. Heute sind Rechtsextremisten nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen. Viele Symbole, z.B. auf Kleidung, Gebäudewänden oder Tätowierungen sind gut durchdacht und nicht jedem bekannt. Als Beispiele sind  beispielsweise die Zahlen 14 (14 Words) oder 88 (Abkürzung für Heil Hitler) zu nennen. Interessant war es auch zu erfahren, dass Neo-Nazis mittlerweile Ikonen und Kleidungsstile der Linken übernehmen: T-Shirts mit Che Guevara-Aufdruck, Palästinensertücher usw., um sich einen revolutionären Habitus zu verleihen. Insgesamt hat sicherlich jeder etwas Neues dazu gelernt. Also Augen auf!

STREETART IM BREMER VIERTEL

Genau eine Woche nach unserer theoretischen Einführung in das Thema Streetart trafen wir uns im Bremer Viertel mit Katharina Rosen von den Bremenlotsen, um der Kunst (oder auch nicht) im öffentlichen Raum näher zu kommen. In der gut zweistündigen Tour erfuhren wir viel über die Geschichte der Graffitis (New York 1973 – Wien 1825 – Stichwort: Kyselak), über einzelne Künstler (R.I.P. Oz) und Künstlergruppen und deren Absichten, über Legalität bzw. Illegalität der Arbeiten und natürlich über die verschiedenen Techniken, die zum Einsatz kommen. Mit all diesen Eindrücken in den Köpfen freuten wir uns auf den Höhepunkt dieses Themenblocks: dem Streetart-Workshop am 15. Juni 2017!

WAS WILL STREETART?

Am 24. Mai 2017 startete unser Streetart-Themenblock. Larena Schäfer von der Universität Bremen verschaffte uns anhand vieler Bildbeispiele einen Überblick über die vielen verschiedenen Arten der Kunst im öffentlichen Raum .. vom „traditionellen“ Graffiti bis zu umhäkelten Fahradständern – von rein dekorativen Werken bis zu sehr sozialkritischen und aussagestarken Werken, wie zum Beispiel von Banksy. Und wie Streetart-Werke, die eigentlich für jeden gedacht sind und auf der Straße bleiben sollten, kommerzialisiert werden. Den Versuch einen Graffitischriftzug zu entziffern, schaffte nur einer unserer Teilnehmer und wir erfuhren, dass das von den Künstlern auch so gewollt sei. Text und Fotos: Cory Patterson

THEATER WORKSHOP

Nachdem wir uns mit Eve-Marie Hadamovsky auf das „theatrale Du“ geeinigt hatten, starteten wir den Theaterworkshop mit einigen Übungen zum Thema Körpersprache, Gestik und Mimik und gingen mal neutral, mal selbstbewusst, mal wütend oder ängstlich das Café Papagei auf und ab. »Ja -!« »Nein –!« »Wer ist schuld? Du!« »Himmeldonnerwetter, laß mich in Ruh!« Kurt Tucholskys Gedicht „Ehekrach“ bildete dann die Grundlage unserer Szenen, die wir in kleinen Gruppen einstudierten und uns gegenseitig vorspielten. Zum Schluss bildeten wir eine sogenannte Lachgasse, in der eine Person versucht ernst zu bleiben, während die anderen versuchen sie zum Lachen zu bringen. Dabei ist fast alles außer Berühren erlaubt.

„HASS“ FILMVORFÜHRUNG UND DISKUSSION

Am 11. Januar 2017 veranstalteten wir  einen „Do-it-yourself“ Kinoabend. Bei Getränken und Naschereien schauten wir uns den französischen Film „Hass“ von Mathieu Kassovitz aus dem Jahr 1995 an. Der Film, der das trostlose Leben in den Banlieues Frankreichs schildert, ist in Schwarz-Weiß gedreht. Er zeigt 24 Stunden im Leben der drei jugendlichen Hauptdarsteller, deren Welt von Gewalt, Drogen und Schikanen durch die Polizei geprägt ist. Hinter den einzelnen Szenen aber, verbergen sich auch Botschaften, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Warum zum Beispiel läuft plötzlich eine Kuh durch die Straßen? Oder was will uns der alte Mann auf dem öffentlichen WC mit seiner Geschichte über Grunwalski eigentlich sagen? Diese und weitere Fragen diskutierten wir am folgenden Tag mit dem Cineasten Hendrik Menzer. Erstaunlich war, wieviel mehr aus dem Film heraus zu holen ist, wenn man nur genauer hinschaut. Text: Miriam Woznica Beitragsbild: Cory Patterson  

GEWALTFREIE KOMMUNIKATION

Wo begegnet uns Gewalt in der Kommunikation? Das war an diesem Abend die Einstiegsfrage des Workshops von Markus Strittmatter. In der Ersten Übung stellten wir fest, wie schwierig es eigentlich ist, jemandem genau zuzuhören, ohne sich dabei mit seiner eigenen Antwort zu befassen. Das wurde allerdings erst deutlich, als wir in Paaren aufgerufen waren, dem Erzählenden nichts zu entgegnen, sondern schweigend  dem gesagten zu folgen. Da das Seminar auch als „ Wertschätzende Kommunikation“ bezeichnet wird, gingen wir über zu einem Spiel. Wertschätzung? Ja aber…das ist doch nicht ausschlaggebend! Mit ebendiesem „Ja, aber…“ diskutierten wir ein Streitthema und es entstand eine hitzige Diskussion. Hinterher versuchten wir es noch einmal mit dem selben Thema, jedoch mit einer einzigen Änderung ; anstelle des „Abers“ benutzten wir „gleichzeitig“  und widerholten zunächst die Aussage des anderen. Es entstand ein wesentlich entspannteres  Gespräch, das bei  jeder Streitsituation wünschenswert wäre. Später erörterten wir noch die Bedürfnisse hinter tagtäglichen Vorwürfen und stellten fest, dass wenn man sich über nicht geschnittene Zwiebeln ärgert,  die Zwiebel gar kein Bedürfnis ist.  Somit erhielten wir weitreichende Erkenntnisse …

„GRÜSS GOTT!“ – „MACH ICH, WENN ICH IHN SEH“

Im Rahmen des Themenblocks „Ein Bad erfrischt, eine Diskussion verjüngt“ trafen wir uns zu einem Religionsgespräch mit Pastor Jürgen Mann, der unter anderem auch der Seelsorger des Vereins für die Innere Mission ist. Dabei war interessant, wie unterschiedlich die Teilnehmer waren und daher auch die Überlegungen, die im gemeinsamen Miteinander entstanden. Eingeleitet wurde das Gespräch, indem jeder von uns sich eines der ausgelegten Bilder aussuchen sollte, um hinterher zu erklären warum gerade dieses Motiv ausgewählt wurde. Wie z.B. die Abbildung eines großen leeren Raumes, in dem sich nur ein einzelner Stuhl befindet. Was verbinden wir mit diesem Bild, was löst es in uns aus? Damit stiegen wir auch schon ein in eine angeregte Debatte über die persönliche Vorstellung von Gott und Religion, aber auch über die Emotionen, die dieses Thema in uns auslöst. Überraschend war, dass es trotz der vielen verschiedenen Meinungen immer Parallelen gab zwischen dem Empfinden von „Göttlichkeit“  oder auch von „Vertrauen“. Text: Miriam Woznica

TROMMELN FÜR DEN WIDERSTAND

Laut auf Missstände und Ungerechtigkeiten aufmerksam machen! Heiße Rhythmen und starke Beats! Geil in einer Gruppe voll motivierter Musiker und Widerstandskämpfer aufdrehen und gehört werden! Musik machen, wie sie weltweit auf Demos gehört wird! – das haben wir uns erhofft, als die Uni der Straße zum Workshop „Trommeln für den Widerstand – Rythms of Resistance“ einlud. Und das haben wir auch bekommen. Doch der Anfang war erst einmal leise: Die Veranstaltung begann mit einer Einführung in die Zeichensprache der Samba-Aktionstrommler. Jedes Instrument und jeder musikalische Wechsel wird durch eine Geste repräsentiert. Damit ist es möglich, auch eine große Trommelgruppe zu dirigieren, ohne herumzubrüllen oder das Trommeln zu unterbrechen. „Wenn alles laut ist, kann ich nicht gegen alle anschreien, darum haben wir diese Zeichensprache. Die ist auch überall gleich, wenn wir uns nun also alle treffen, dann weiß jeder Bescheid.“ Wenn sie sich alle treffen? Ja. Zu manchen Anässen schließen sich mehrere Gruppen zusammen. Dann spielt Oldenburg mit Bremen. Oder man trifft sich auf internationaler Ebene und dann spielt man mit Tel Aviv oder London. Und …

Symbolbild evidenzbasierte Medizin

EVIDENZBASIERTE MEDIZIN

Was bedeutet evidenzbasiert und welche Rolle spielt dies in der Medizin? Dieser Frage wurde gemeinsam mit Guido Schmiemann, Hausarzt und Dozent an der Universität Bremen, nachgegangen. Am Anfang hatte wohl jeder ein großes Fragezeichen über dem Kopf stehen, denn evidenzbasiert ist nicht unbedingt ein Begriff des täglichen Wortschatzes. Trotz des eher trocken klingenden Themas, war der Vortrag lehrreich und spannend gestaltet. Wer hätte gedacht, dass bereits im Jahre 1753 mithilfe von Orangen und Zitronen die Anfänge der evidenzbasierten Medizin gelegt wurden? Hier wurde im Rahmen einer der ersten kontrollierten klinischen Studien ein Heilmittel gegen Skorbut gesucht. Dieser Einblick in die Wissenschaft stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmern, sodass sich nach dem Vortrag noch eine rege Diskussion entwickelte, welche sich auch auf andere medizinische Themen ausbreitete. Text: Marie Frese Bild: NetZer0/flickr.com   Ankündigung der Veranstaltung Evidenzbasierte Medizin bedeutet so viel wie nachweisbasierte Medizin. Nachweise sind dabei Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung, die helfen sollen, Fragen aus dem Alltag zu beantworten. Neben diesen Nachweisen stützt sich die evidenzbasierte Medizin außerdem auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten …